Anschläge auf Kirchen und Hotels

Sri Lanka

Die Explosionen ereigneten sich am Ostermorgen: Auf Sri Lanka sind bei Bombenanschlägen auf Kirchen und Hotels über 250 Menschen ums Leben gekommen. Es ist der schwerste Anschlag seit zehn Jahren in dem Inselstaat. 

Bei Bombenanschlägen auf drei katholische Kirchen und drei Luxushotels sind in Sri Lanka über 250 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Die Bomben in der St. Anthony Kirche in Colombo, der Kirche St. Sebastian in Nigombo und einer Kirche in Batticaloa explodierten am Ostersonntagmorgen zwischen 8 Uhr 30 und 9 Uhr Ortszeit. In den katholischen Kirchen hatten die Gläubigen zum Zeitpunkt der Explosionen die Ostermesse gefeiert.

Schwerster Anschlag seit zehn Jahren

Etwa zur gleichen Zeit seien Bomben in den drei Fünfsternehotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo in die Luft gegangenen. Die Hotels sind ein beliebtes Reiseziel auch von europäischen Touristen. Es handelt sich um den schwersten Anschlag seit dem Ende des Bürgerkriegs vor zehn Jahren. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben sieben Personen fest, nähere Informationen über Täter und Hintergründe des Terrors gab es bisher jedoch nicht.

Politiker aller Parteien in Sri Lanka verurteilten die Bombenanschläge in Colombo und anderen Städten des Landes. Premierminister Ranil Wickremesinghe verurteilte laut dem Nachrichtenportal der Regierung News.lk die Anschläge vom Ostersonntag als "feige Attacken". Oppositionsführer Mahinda Rajapaksa sagte News.lk: "Ein dermaßen gewalttätiger Anschlag an so einem heiligen Tag ist absolut barbarisch." 6,1 Prozent der 22 Millionen Einwohner des mehrheitlich buddhistischten Inselstaates sind Katholiken.

Die Bundesregierung verurteilte die Taten. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb auf Twitter: "Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden. Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen." Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Anschläge auf Sri Lanka als "feige Terroranschläge". Besonders niederträchtig sei, "dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden", heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben Steinmeiers an den Präsidenten von Sri Lanka, Maithripala Sirisena: "Deutschland steht an Ihrer Seite in der Entschlossenheit, dem menschenverachtenden Terror entgegenzutreten."

Die Katholiken im Heiligen Land beteten während der Ostergottesdienste für die Opfer. "Wir bekunden unsere Solidarität mit Sri Lanka und allen Einwohnern mit den verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen, hieß es in einer in Jerusalem verbreiteten Erklärung. Trotz der großen Bedrängnis wolle man die Auferstehung Christi feiern und denen Hoffnung geben, die in Not seien. (Quelle: mal/KNA/epd)

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