Behörden gehen gegen Konvertiten vor

Iran

Während islamische Geistliche im Iran über sinkende Besucherzahlen in Moscheen klagen, gehen die Behörden verstärkt gegen ehemalige Muslime vor, die Christen geworden sind. Über Weihnachten und Neujahr wurden sechs Christen verhaftet, berichtet die Organisation „International Campaign for Human Rights in Iran“ (Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran) mit Sitz in New York. Nach ihren Angaben wurden die Christen Sara Rahiminejad, Majid Sheydaei, Mostafa Nadri und George Isaieyan am 31. Dezember in Karadsch bei Teheran festgenommen. Sie hätten den Übergang ins neue Jahr feiern wollen, doch Polizisten in Zivil hätten das Haus gestürmt. Die Angehörigen der Verhafteten hätten bis jetzt nicht feststellen können, in welchem Gefängnis sie säßen. Beschlagnahmt wurden zudem Computer, CDs, ein Satellitenempfänger und Bücher. Über Weihnachten waren bereits sechs christliche Konvertiten in Ost-Teheran festgenommen worden. Wegen des „Abfalls vom Islam“ drohen ihnen nach dem islamischen Religionsgesetz harte Konsequenzen bis hin zur Todesstrafe.

Pastoren wegen ihres Glaubens verurteilt

Zahlreiche Pastoren sitzen bereits hinter Gittern. So wurde Behnam Irani zunächst wegen „Abfalls vom Islam“ zum Tode verurteilt; schließlich erhielt er eine sechsjährige Haftstrafe. Weiterhin inhaftiert ist auch Pastor Saeed Abedini, der sowohl die iranische wie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Er verbüßt eine achtjährige Freiheitsstrafe, weil er Hauskirchen gegründet hat. Ferner hatte der Revolutionsgerichtshof von Teheran den schwerkranken armenischen Pfingstpastor Vruir Avanessian zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er war 2012 bei einer Weihnachtsfeier mit mehreren Christen verhaftet worden. Die Gesamtzahl der Konvertiten zum christlichen Glauben im Iran wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

Teheran: 400 neue Moscheen in vier Jahren geplant

Von den insgesamt 76,4 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Nach Angaben des Informationsdienstes „Transparency for Iran“ (Transparenz für Iran) beschweren sich Geistliche in Teheran zunehmend über einen Besucherrückgang. Der Stadtrat reagiere darauf mit einer Bauoffensive. Innerhalb der nächsten vier Jahre sollten in der Hauptstadt 400 Moscheen errichtet werden, kündigte die Verwaltung am 11. Januar an. Mit den Arbeiten für 134 Moscheen sei bereits begonnen worden. Die Bauzeit betrage jeweils etwa eineinhalb bis zwei Jahre. Erfahrungsgemäß koste die Errichtung einer Moschee etwa eine Million Euro. Im 7,8 Millionen Einwohner zählenden Teheran gebe es bereits rund 1.800 Moscheen. (Quelle: idea, Bild: TUBS)

 

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  • Gott, nach dem geheimnisvollen
    Ratschluss deiner Liebe lässt Du
    die Kirche teilhaben am Leiden
    deines Sohnes.

    Gib unseren Schwestern und
    Brüdern, die ihren Glauben mutig
    bezeugen, die Kraft, in der Nachfolge
    Christi das Kreuz zu tragen und auch
    in der Drangsal ihren christlichen
    Glauben zu bewahren.
    Amen.