Brandanschlag auf Christen

Irak

Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Kardinal Sako hat einen Brandanschlag auf das Haus eines christlichen Landbesitzers im Südirak scharf verurteilt: „Die Tat hat Schrecken in der Familie und in der christlichen Gemeinschaft ausgelöst, weil dadurch Erinnerungen an die Gewalt in der Vergangenheit wach wurden“, schreibt Sako in einer Erklärung, die dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) vorliegt. Glücklicherweise sei bei dem Anschlag niemand getötet oder verletzt worden, so das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche mit Sitz in Bagdad.

Die Tat ereignete sich am 28. November, dem ersten Adventssonntag, in Amara. Die Stadt liegt etwa 400 Kilometer südöstlich von Bagdad und ist die Hauptstadt der Provinz Maisan. Nach Polizeiangaben hatte ein bislang unbekannter Täter von einem Motorrad aus einen selbstgebauten Sprengsatz auf das Haus einer christlichen Familie geworfen.

Hatte der Anschlag mit dem Verkauf von Alkohol zu tun?

Patriarch Sako erklärte: „Der Hausbesitzer betreibt ein Spirituosengeschäft und scheint bereits viele Drohungen erhalten zu haben. Es ist klar, dass der Angriff augenscheinlich mit dem Verkauf von Alkohol zu tun hat, obwohl die Person eine offizielle Lizenz besitzt.“ Berichten zufolge soll sich der Ladenbesitzer geweigert haben, den Verkauf von Alkohol einzustellen.

Anschläge wie dieser hätten zur weitgehenden Abwanderung der Christen aus dem Irak geführt, so Patriarch Sako: „Wir fragen uns, wer sich um uns und unser Leid kümmert, denn wir sind Bürger dieses Landes.“ Angaben des chaldäischen Patriarchats zufolge ist die Zahl der Christen im Irak in den vergangenen zwei Jahrzehnten um mehr als eine Million zurückgegangen; in der Region Amara, wo der jüngste Anschlag stattfand, leben nur noch acht christliche Familien. Schätzungen zufolge leben heute kaum mehr als 200 000 Christen im Land, vor allem rund um Bagdad und im Nordirak.

Christen nach wie vor benachteiligt

Die Christen im Irak seien auch nach dem militärischen Sieg über den „Islamischen Staat“ zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt, beklagte Patriarch Sako. Christen würden an ihren Arbeitsplätzen schikaniert und bei der Jobsuche benachteiligt, „obwohl es ein Gesetz gibt, dass Christen die Arbeitsplätze anderer Christen zusichert, die ausgewandert oder in Ruhestand gegangen sind.“ Auch sei noch immer christliches Eigentum beschlagnahmt. „Ich hoffe, dass jeder das anhaltende Leid der Christen versteht und dass verbliebenen Christen nicht gezwungen sind, auch noch auszuwandern“, schloss der Patriarch.

 

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