"Die Solidarität gibt mir Kraft und Mut"

Indien

"Ich schätze die überwältigende Solidarität, die viele Menschen auf der ganzen Welt mir während meiner 100tägigen Haft zum Ausdruck gebracht haben, zutiefst. Manchmal hat mir die Nachricht von so viel Solidarität immense Kraft und Mut gegeben. Denn das das einzig Sichere im Gefängnis ist die Unsicherheit“, so der 83-jährige indische Jesuitenpater Stan Swamy, der seit dem 8. Oktober wegen angeblicher Volksverhetzung im Gefängnis ist. 

Trotz des Alters und der schweren Form von Parkinson, an der er leidet, sitzt der Jesuit zusammen mit weiteren 15 anderen Aktivisten und NGO-Mitgliedern in Haft, denen im Rahmen des "Gesetzes zur Verhütung illegaler Aktivitäten" Terrorismus und Volksverhetzung vorgeworfen werden. Sie sollen mit den maoistischen Rebellen zusammenarbeiten. Alle engagierten sich für den Schutz der Rechte des Volksstammes der Adivasis in Jhakarland. Die Rechte der Ureinwohner werden regelmäßig von Großgrundbesitzern oder multinationalen Unternehmen missbraucht, wobei Menschenrechte und soziale und kulturelle Rechte verletzt werden.

In einer Stellungnahmen von Pater Swamy, die von den indischen Jesuiten veröffentlicht wurde, die ihn im Gefängnis besuchten sagt der inhaftierte Ordensmann: "Eine weitere Quellle der Stärke in diesen letzten hundert Tagen war es, die schwierige Situation der anderen Gefangenen zu beobachten. Die meisten von ihnen stammen aus wirtschaftlich und sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen. Viele dieser armen Menschen wissen nicht einmal, welche Anklagen gegen sie erhoben wurde und haben ihre Anklageschrift nie gesehen. Sie bleiben jahrelang ohne rechtliche Unterstützung im Gefängnis. Insgesamt müssen die Gefangenen mit dem Nötigsten leben, ob arm oder reich. Dieser Zustand schafft ein Gefühl der Brüderlichkeit und der Solidarität der Gemeinschaft derGefangenen: Man erfährt, dass es möglich ist, sich gegenseitig zu unterstützen trotz aller Widrigkeiten".

Pater Swamy erinnert abschließend an die anderen Aktivisten, die zusammen mit ihm inhafriert wurden: "Wir 16 Angeklagten können uns nicht treffen, da wir in verschiedenen Gefängnissen oder in verschiedenen Abteilungen innerhalb desselben Gefängnisses untergebracht sind. Aber wir werden auch künftig im Chor unsere Stimme erheben. Ein Vogel kann noch singen, auch wenn er im Käfig ist ".

Eine beherzte Botschaft der Solidarität bringt unterdessen auch Pater Arturo Sosa, Generaloberer der Gesellschaft Jesu, in einer Videobotschaft zum Ausdruck. "Pater Stan widmete sein ganzes Leben den Ärmsten der Welt, den indigenen Adivasi und die Dalits“, so der Generalobere, „Er ist die Stimme der Stimmlosen. Er hat sich vor die Mächtigen gestellt und ihnen die Wahrheit gesagt, er setzt sich für die Verteidigung der Menschenrechte von Minderheiten ein". Die Gesellschaft Jesu hat einen internationalen Aufruf zur sofortigen Freilassung eingereicht, in dem der Orden seine völlige Unschuld bekräftigt und auf seine prekären Gesundheitszustand hinweist.

Bisher hatten alle Versuche und die Appelle für die Freilassung des Jesuitenpaters - die jüngst auch von drei indischen Kardinälen, bei einem Gespräch mit Premierminister Narendra Modi vorgetragen wurden, keine Wirkung. (Quelle: Fidesdienst, Bild: Communications Hub JCSA)

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  • Geist, der das Leben weckt,
    du bist der Schwachen Kraft,
    gibst ihnen Zuversicht
    mitten in Todesnot;
    hell wird uns offenbar,
    was uns der Glaube sagt:
    Christus hat unsern Tod besiegt.
    Amen.