Eritrea - das Nordkorea Afrikas

Eritrea

Obwohl sie nicht mehr in einer Zelle lebt, ist „Alice“ immer noch nicht frei. Sie hat mehr als 6 Jahre in einem Käfig eingesperrt in einem eritreischen Gefängnis verbracht wegen ihres Glaubens an Christus unter einer der repressivsten Regierungen gegen Christen auf dem Erdball. Sie wurde schließlich im Februar 2015 entlassen, aber ihre Stimme ist zum Schweigen gebracht worden, ihr Denken traumatisiert, und sie bleibt in ihrem eigenen Zuhause gefangen unter den stets gegenwärtigen Augen der Regierung, die sie gefangen gesetzt hat.

„Sie kann nichts tun. Leute können sie besuchen, und sie muss sagen: „Ich bin in Ordnung.“ Das ist alles,“ sagte „Jane“, eine eritreische Freundin von Alice, die jetzt in den USA lebt. Sie sagte weiter: „Als sie herauskam, sagte sie, alles sei wunderbar und gut, weil sie kontrolliert wurde. Sie kann nun nichts sagen.“ Dies ist Alices Geschichte: es ist eine von scheinbar zerstörten Hoffnungen und Träumen, aber durch ihren treuen Dienst erfüllt, während sie eine der schwierigsten Arten der Verfolgung erdulden musste.

Das „Nordkorea“ von Afrika

Eritrea ist einer der herausforderndsten Orte in der Welt, wenn man Christ sein will. Das Land wurde 1993 unabhängig, es brach mit der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung von Äthiopien los, aber seine Regierung fürchtet ständig, dass Äthiopien danach strebt, das Land wieder zurück zu erobern. Das Ergebnis ist, dass die Regierenden jeden unterdrücken, gefangen setzen und foltern, den sie als Bedrohung für den Staat ansehen, und das schließt Christen ein, die nicht registrierte orthodoxe, lutherische oder katholische Kirchen besuchen. Die UN Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) hat Eritrea als „ besonders besorgniserregendes Land“ (CPC) bezeichnet. USCIRF definiert diese Länder als solche, „wo besonders schwerwiegende Verletzungen der Religionsfreiheit geduldet oder gefördert werden“, und wo Verstöße „systematisch, auswuchernd und immer weitergehend“ sind.

„Entlassene religiöse Gefangene haben USCIRF und anderen Menschenrechtsbeobachtern berichtet, dass sie in beengten Verhältnissen gefangen waren, zum Beispiel in metallenen, 20-Fuß Schiffscontainern oder Baracken unter der Erde, und extremen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Evangelikale und Pfingstler, die aus dem Gefängnis entlassen waren, berichteten dass man sie gezwungen hat, ihrem Glauben zu entsagen, damit sie freikommen würden. Personen, die wegen religiöser Aktivitäten festgehalten werden, sowohl in Langzeit- als in Kurzzeitstrafen, werden nicht formell angeklagt, bekommen keinen Anwalt als Beistand, bekommen keinen gerechten Prozess, noch erhalten sie Besuch der Familie. Die Gefangenen dürfen nicht laut beten, singen oder predigen, und religiöse Bücher sind verboten,“ heißt es im USCIRF-Jahresbericht von 2015 in Bezug auf Eritrea.

Der Bericht schätzt, dass in Eritrea zur Zeit zwischen 1200 und 1300 Menschen im Gefängnis sitzen wegen ihres Glaubens, von denen die Mehrheit evangelikale Christen sind. Weil es Missbrauch gibt, wird Eritrea gemeinhin das „Nordkorea von Afrika“ genannt. Alice war eine dieser Gefangenen.

Unterdrückter Dienst

Alice verlangte sehr danach, den Menschen ihrer Heimat das Evangelium zu bringen. Sie wurde in Eritrea geboren, wanderte aber als Kind in den frühen 90er Jahren in die USA aus. Sie lebte dort fast 20 Jahre. Aber sie fühlte, dass Gott sie 2008 rief, in ihre Heimat zurückzukehren. „Ihr Herz brannte dafür, den Menschen zu dienen ... sie waren so hungrig. Dann begann sie, Bibelstunden zu geben und ähnliche Dinge“, sagte Jane.

Als Alice versuchte, 2009 Eritrea zu verlassen, um ihren Pass erneuern zu lassen, verhaftete man sie auf dem Flughafen. Man nahm ihr alles weg, und sie wurde ins Gefängnis geworfen. Es war, als wäre sie einfach verschwunden. Es wurde keine Anklage erhoben, es gab keine Richter, keine Verhandlung, nur eine unbestimmte Gefängnisstrafe, die am 24. Januar 2009 begann. Alices Familie wusste ein ganzes Jahr lang nicht, wo sie war. Sogar nachdem sie von ihrer Gefangennahme gehört hatten, wurde ihr eigentlicher Aufenthaltsort 5 Jahre lang geheim gehalten. Ihre Mutter versank in Tränen und fragte sich jeden Tag, ob ihre jüngste Tochter überhaupt noch am Leben war.

„Es war die Hölle. Ihr brach das Herz, aber sie konnte kein Wort sagen, weil alles unter Beobachtung steht, und so mussten sie aufpassen, was sie sagten,“ berichtete Jane.

Erfüllter Dienst

Die eritreische Regierung versuchte Alices Predigen der Guten Nachricht zu ersticken, aber Gott hatte größere Pläne, um ihren Dienst zum Blühen zu bringen, während sie im Gefängnis war. Die Einzelheiten von Alices besonderen Leiden bleiben ein Geheimnis, aber der Herr kennt ihr Leiden und gebrauchte es zur Rettung von Sündern. „Viele andere Gefangene vor ihr erzählten uns als sie freikamen, dass manche Moslems sich zum Christentum bekehrten... Ihr Leben gibt Zeugnis, so sahen wir die Frucht von Leuten, die freikamen,“ sagte Jane. Jane sagte, dass moslemische Insassen in ihrer dunkelsten Stunde sich zu Christus bekehrten, als sie den brutalsten Missbrauch erlitten. Alices treues Predigen des Evangeliums gab ihnen Hoffnung.

„Gott gab ihr inneren Beistand dazu, mit Mut zu sprechen, und er bekehrte dann Menschen. Wenn die Leute geschlagen wurden, gab es viele Verletzungen, aber keine Behandlung. Nichts! Man braucht also etwas, man ist in verzweifelten Umständen,“ sagte Jane. „Sie ist ein zweiter Paulus, oder Silas... Gott hatte einen Grund, sie für so viele Menschen zu gebrauchen.“ Wie Joseph, der in Ägypten ungerecht im Gefängnis war, gebrauchte Gott Alice zum Guten. „Du meintest es böse mit mir, aber Gott meinte es gut, damit viele Menschen am Leben bleiben, so wie sie es heute sind.“ (1. Mose50:20)

Alice, aus dem Gefängnis frei

Alice wurde im Februar 2015 aus einem eritreischen Regierungsgefängnis freigelassen, und Jane war eine der ersten Freundinnen, der sie berichten wollte. „Ich war hier als sie gleich anrief. Gerade als sie freikam, sagte sie zu ihnen: „Könnt ihr ihr das sagen. Sie muss es wissen.“ Und dann, so viele Leute, als sie davon hörten und mich anriefen und mir von Alices Situation erzählten. Ich habe mich so gefreut!“ sagte Jane. Aber Jane sagte auch dass sie immer noch Leiden in der Zukunft erdulden muss. Alice ist unter strenger Überwachung durch die Regierung, muss kontrollieren, was sie sagt, und sie hat keine Arbeitserlaubnis. Alice hofft in die USA zurückkehren zu können, aber sie hat keine sichtbaren Möglichkeiten aus Eritrea herauszukommen, solange sie unter Bewachung steht. (Quelle: International Christian Concern , Ein Bericht von Troy Augustine, Bild: TUBS)

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