Familie bei Messerangriff verletzt

Ägypten

Islamist fühlte sich durch Präsenz der Christen provoziert. George Shehata lebt im Dorf Al-Nasriyah in der Nähe der oberägyptischen Provinz Minya. Gegen elf Uhr abends am Sonntag, den 17. November, sah er seinen 16 Jahre alten Cousin Ishaq in blutbefleckter Kleidung auf sich zukommen. Ishaq drängte ihn mitzukommen und seinen 22-jährigen Bruder Shenouda zu retten. „Ich war schockiert. Ich eilte sofort zu ihrem Haus und fand Shenouda blutüberströmt vor dem Haus auf dem Boden liegend vor.“

„Hunde wie ihr sollten nicht auf der Straße sitzen“

Was war geschehen? Die beiden Brüder und ihre Mutter hatten zusammen mit ihrer christlichen Nachbarin und Verwandten Nawal vor dem Haus gesessen, als ein 25-jähriger islamischer Extremist aus der Nachbarschaft vorbeikam. George berichtet: „Er sagte ihnen, sie sollten ins Haus gehen, weil sie Christen seien und Christen nicht auf der Straße sein sollten, weil sie Hunde seien. Houda antwortete ihm mutig, dass sie nicht die Absicht hätten, seiner Aufforderung nachzukommen. Der Mann wurde wütend und schimpfte, er werde diese ‚ungläubigen Hunde‘ töten. Dann eilte er nach Hause, kam mit einem Messer zurück und fing an, die Familie zu schlagen und auf sie einzustechen.“

George brachte die Familie in ein nahegelegenes Krankenhaus. Die ersten beiden weigerten sich, Shenouda aufzunehmen, da sein Zustand bereits so ernst war. „Glücklicherweise besuchten einige kanadische Ärzte gerade das dritte Krankenhaus, das wir aufsuchten“, sagt George. „Sie operierten Shenouda.“ Aufgrund der zahlreichen Stichverletzungen musste ein Teil seines Darms entfernt werden; außerdem wurde er an Leber und Bauch operiert. Houda hatte 22 Stiche am Kopf und Ishaq sechs am ganzen Körper abbekommen. Drei Tage lang kämpfte Shenouda auf der Intensivstation um sein Leben, wie sein Halbbruder Salib Hakim Ishaq berichtet. Inzwischen befindet er sich auf dem Weg der Besserung.

Polizei spricht von einem „gewöhnlichen Streit“

Außer durch den brutalen Angriff ist die Familie besonders erschüttert durch die Reaktion der Polizei auf den Vorfall. „In ihrem Bericht nennt die Polizei die Tat ‚einen ganz gewöhnlichen Streit‘“, sagt Salib empört. „Wie kann das ein normaler Streit sein? Es ist ein Verbrechen, ein versuchter Mord!“

Die Familie wird im Gerichtsverfahren gegen den Angreifer behindert, sagt Salib: „Die Polizei hat den Angreifer verhaftet, aber die Staatsanwaltschaft erlaubt unserem Anwalt nicht, die Unterlagen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einzusehen.“ Auch Zeugen sind nicht sicher: „Unsere Nachbarin und enge Verwandte Nawal, die vor dem Angriff fliehen konnte, hat gegen den Angreifer ausgesagt. Aber als der Angreifer das herausfand, beschuldigte er sie und sagte, er habe die Familie angegriffen, weil sie und Shenouda ‚unmoralische Handlungen‘ auf der Straße begangen hätten. Das ist einfach nicht wahr.“

Houda und ihre Söhne werden bedrängt, ihre Anklage gegen den Angreifer fallen zu lassen, sagt Salib: „Die muslimischen Dorfbewohner drängen uns, eine so genannte ‚Versöhnungssitzung‘ zu akzeptieren und damit die offizielle Anklage fallen zu lassen. Aber das akzeptieren wir nicht. Dieser Extremist muss gesetzlich bestraft werden, weil er versucht hat, meinem Bruder zu töten, und meine Stiefmutter schwer verletzt hat. Wenn solche Handlungen ungestraft bleiben, führt das nur zu weiterer Gewalt.“ (Quelle: Open Doors)

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  • Gott, nach dem geheimnisvollen
    Ratschluss deiner Liebe lässt Du
    die Kirche teilhaben am Leiden
    deines Sohnes.

    Gib unseren Schwestern und
    Brüdern, die ihren Glauben mutig
    bezeugen, die Kraft, in der Nachfolge
    Christi das Kreuz zu tragen und auch
    in der Drangsal ihren christlichen
    Glauben zu bewahren.
    Amen.