Gewalt und Vertreibung

Mosambik

Frauen und Kinder sind am stärksten von der Gewalt und den Folgen der Vertreibung in der Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks betroffen, wo seit 2017 aufgrund der Aktionen von dschihadistischen Gruppen, die mit dem Islamischen Staat (IS) in Verbindung stehen, über 700.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Die Lage verschärfte sich im März dieses Jahres nach dem Ansturm auf die Stadt Palma nach der Vertreibung weiterer 67.000 Menschen. Die Hälfte davon sind Kinder. Die Vertriebenen kamen mit allen Mitteln, auch zu Fuß, nach Pemba und wurden dort von lokalen und internationalen Hilfsorganisationen in Camps aufgenommen. Aber die Bedürfnisse sind vielfältig und die Sicherheitslage, insbesondere für die Schwächsten, bleibt prekär.

„Da Mädchen, die die Schule abbrechen, und Familien mit finanziellen Verlusten und Notlagen konfrontiert sind, wird das Risiko von Frühheiraten und Teenager-Schwangerschaften zu einem wachsenden Grund zur Besorgnis“, so Andrea M. Wojnar, Leiterin des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) in Mosambik.

Diejenigen, die nicht entkommen konnten, mussten allerdings noch dramatischere Folgen erleiden. Hunderte Jungen und Mädchen wurden von dschihadistischen Gruppen entführt, wie Kwiriwi Fonseca, Sprecher der Diözese Pemba, beklagt. Die Jungen, sagt der Priester, würden in die Reihen der Dschihadisten zwangsrekrutiert, während die Mädchen den Kämpfern "verheiratet" würden oder als Sklaven dienten. Pfarrer Fonseca bezieht sich in diesem Zusammenhang auch auf Berichte von Schwester Eliane da Costa, einer Brasilianerin, die in Mocímboa da Praia tätig war, als das Küstendorf im August 2020 in die Hände von Terroristen fiel und Dutzende von Menschen entführt wurden. "Schwester Eliane lebte 24 Tage bei den Terroristen, im Wald, und wandte sich an mich mit den Worten: 'Pfarrer Fonseca, vergessen Sie nicht die Entführten, vor allem Kinder und Jugendliche, die auch zu Terroristen ausgebildet werden'", so der katholische Geistliche.

In Lichinga in Provinz Niassa kümmert sich die portugiesische Ordensfrau, Schwester Mónica da Rocha, von der Kongregation der Sühneschwestern Unserer Lieben Frau von Fátima um die Vertriebenen und sagt, dass es "dringend erforderlich ist, das zerstörte Leben wieder aufzubauen".

„Von Entführungen im Kontext von Kriegen sind häufiger Jugendliche und Kinder betroffen. Im Fall von entführten Jungen werden sie meistens dazu gebracht, an der Seite von Terroristen zu kämpfen, und im Fall von Mädchen, um als Sexsklavinnen zu dienen“, beklagt die Ordensfrau.

Um der Bevölkerung im Norden Mosambiks zu helfen, haben mehr als 30 portugiesische Organisationen der Zivilgesellschaft, darunter mehrere katholische Institutionen, die Kampagne "Cabo Delgado: Wir dürfen im Angesicht der Gewalt nicht resignieren!" gestartet. Die Teilnehmer appellierten an die Regierung Portugals (Mosambik ist eine ehemalige portugiesische Kolonie), die Europäische Union und die Vereinten Nationen mit der Bitte um „dringende Bereitstellung humanitärer Hilfe“ an Cabo Delgado. (Quelle: Fidesdienst, 

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  • Geist, der das Leben weckt,
    du bist der Schwachen Kraft,
    gibst ihnen Zuversicht
    mitten in Todesnot;
    hell wird uns offenbar,
    was uns der Glaube sagt:
    Christus hat unsern Tod besiegt.
    Amen.