Gewalt zw. Muslimen und Christen

Ägypten

Blutige Zusammenstöße zwischen Muslimen und Christen sind erneut in Ägypten ausgebrochen. Dabei kamen zehn koptisch-orthodoxe Kirchenmitglieder und ein Muslim ums Leben. Der Gewaltausbruch begann in der Nacht vom 5. auf den 6. April in der Stadt Chusus nahe Kairo. Auslöser sollen Hakenkreuz-Schmierereien an einer Moschee gewesen sein. Muslime verbreiteten das Gerücht, Kinder von Christen hätten die Zeichen angebracht, doch nach Angaben von Sicherheitskräften handelte es sich bei den Tätern um muslimische Jugendliche.
Dem assyrischen Informationsdienst AINA zufolge versammelten sich islamische Extremisten, sogenannte Salafisten, in der Nähe der Georgskirche; Christen hätten daraufhin einen „menschlichen Schutzschild“ um das Gotteshaus gebildet. Nach Angaben des koptischen Priesters Sourial Younan feuerten Muslime Schüsse gegen die Kirche ab. Dabei seien die Christen ums Leben gekommen. Younan selbst habe sich mit 50 Kopten in der Kirche verschanzt. Die Straßenschlacht habe während der gesamten Nacht angehalten. Younan kritisierte, dass die Polizei erst zwei Stunden nach Ausbruch der Unruhen eingetroffen sei. Die Muslim-Bruderschaft verurteilte die Gewalt.

Immer wieder Gewalt zwischen Muslimen und Christen

In Ägypten kommt es immer wieder zu solchen Konflikten. Zuletzt wüteten Ende Januar über 2.000 Muslime im überwiegend von Christen bewohnten Ort Marashda (Oberägypten). Sie plünderten und steckten Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge in Brand. Auslöser waren Gerüchte, wonach ein 55-jähriger Kopte ein muslimisches Mädchen missbraucht habe. Im Land am Nil bilden die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 200.000 Katholiken, 40.000 Griechisch-Orthodoxe und 30.000 Protestanten. Die übrigen der rund 83 Millionen Einwohner sind Muslime. (Quelle: idea)

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