Iran geht verstärkt gegen Christen vor

Iran

In der Islamischen Republik Iran geht die Justiz verstärkt gegen frühere Muslime vor, die zum Christentum übergetreten sind. Den Behörden sind vor allem die schnell wachsenden, meist evangelikal ausgerichteten Untergrundgemeinden ein Dorn im Auge. Der „Abfall vom Islam“ ist verboten und kann mit der Todesstrafe geahndet werden. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. Mehrere führende muslimische Geistliche haben sich im Januar kritisch zum Christentum und besonders zu den Untergrundgemeinden geäußert, berichtet der christliche Informationsdienst Mohabat News. Ayatollah Noor-Allah Tabarsi habe bei einem Freitagsgebet in Sari die heutigen Christen als „Schande für das Christentum“ bezeichnet. So sei die verbreitete Korruption im Westen auf eine unangemessene Praxis des christlichen Glaubens zurückzuführen. Am 7. Januar warnte Ayatollah Jafar Sobhani (Ghom) vor dem Wachstum der Hauskirchen. Sie zögen „gottlose Jugendliche“ an und versuchten, sie für ihren Glauben zu gewinnen.

Gemeinden als Gefahr für nationale Sicherheit

Am 27. Januar wurde der 32-jährige Pastor Saeed Abedini in Teheran zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Hauskirchen gegründet habe, die die nationale Sicherheit untergraben. Abedini besitzt sowohl die iranische wie auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Ehefrau, Naghmeh Abedini, kündigte gegenüber Mohabat News an, dass der Anwalt ihres Mannes Revision gegen das Urteil einlegen werde. Saeed Abedini sitzt im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis ein, in dem auch politische Gefangene eingesperrt sind. Eine Freilassung auf Kaution von umgerechnet 245.000 Euro lehnte das Gericht ab. Das US-Außenministerium verlangt die sofortige Freilassung des Pastors. Sprecherin Victoria Nuland verurteilte die „fortgesetzte Verletzung des Menschenrechts der Religionsfreiheit“ durch den Iran. (Quelle: idea)

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