Kath. Priester überfallen

Nicaragua

Ein katholischer Priester wurde am Samstag, den 15. September, noch bevor er die Frühmesse feiern konnte von drei vermummten Einbrechern angegriffen: dies teilt der Sprecher der Diözese von Leon Pfarrer Víctor Morales mit. Bei dem Opfer handelt es sich um Pfarrer Abelardo Toval, der die katholische Pfarrei in Sutiava betreute. Er wurde von den drei Einbrechzern zusammengeschlagen, gefesselt und ausgeraubt. Der Priester wohnt in der indigenen Gemeinde Sutiava in der Stadt León, 97 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Managua.

Pfarrer Morales sieht jedoch keine Verbindung zu den jüngsten Angriffen, die Polizei und bewaffnete Gruppen in der aktuellen gesellschaftspolitischen Krise im Land gegen andere Priester und Bischöfe in Nicaragua verübten. Mehrere Mitglieder des Klerus und des Episkopats erlitten physische und verbale Angriffe sowie Todesdrohungen, einige katholische Kirchen wurden geschändet. Seit April dieses Jahres starben nach Angaben lokaler und internationaler Hilfsorganisationen mindestens 400 Tote bei Protestkundgebungen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten, der seit elf Jahren an der Macht ist und vorgezogene Wahlen.

Während die Regierung die Protete der Bevölkerung anfangs völlig ignorierte, kommt es nun zu Einschüchterungen und Durchsuchungen von Haus zu Haus und Festnahmen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um Studenten, einfache Angestellte und Arbeiter oder sogar Bauern die Anführer der Proteste gelten an Universitäten, am Arbeitsplatz oder in den Gemeinden gelten. (Quelle: Fidesdienst, Foto: Haakon S. Krohn)

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