Kirche in Brand gesteckt

Niger

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni setzten muslimischer Demonstranten, die in Maradi gegen die Festnahme eines wichtigen lokalen Imams protestierten, eine christlich-protestantische Kirche in Brand. "Die Kirche im Stadtviertel Zaria und das Auto des Pastors wurden von Unbekannten in Brand gesteckt. Die Gendarmerie ermittelt vor Ort ", so ein Sprecher der protestantischen Gemeinde. Erst vor kurzem war die 200 km von Niamey entfernte Pfarrei Dolbel mehrfach, zuletzt am 13. Mai angegriffen worden.

Laut lokalen Berichten errichteten jugendliche Demonstranten am Samstagabend Straßenbarrikaden, um gegen die Verhaftung von des Imams, Scheich Rayadoune zu protestieren, der einen Gesetzesentwurf der antiislamischen Regierung als "anti-islamisch" bezeichnet hatte. Rayadoune wurde am Sonntagnachmittag wieder freigelassen, nachdem er sein Fehlverhalten zugegeben und sich entschuldigt hatte. "Meine Anhänger müssen aufhören, Unruhen in der Stadt zu verursachen, der Islam will das nicht“, erklärte der Imam, „Ich wurde von der Polizei nicht misshandelt, doch ich wurde von denen getäuscht, die den Text des angeblich offiziellen Dokuments übersetzt haben."

Das Ende April vom Ministerrat verabschiedete Gesetz sieht insbesondere vor, dass "die Religionsfreiheit im Einklang mit der öffentlichen Ordnung ausgeübt werden muss" und dass "die Ausübung der Religionsfreiheit an einem öffentlichen Ort vorab genehmigt werden muss“.

Das Gesetz, das vor dem Inkrafttreten dem Parlament noch zur Debatte vorgelegt werden muss, bekräftigt "das Recht des Staates, die Finanzierungsquellen für den Bau und Betrieb privater Kultstätten zu kontrollieren", die "einer vorherigen Genehmigung bedürfen".

Der Minister für Hochschulbildung, Yahouza Sadissou, sagte: "Wir werden niemals etwas tun, das unserer Religion zuwiderläuft, und wir haben die Pflicht, andere Religionen zu schützen."  Niger ist ein Land mit einer überwiegend muslimischen Bevölkerung, in dem Christen eine 1-2% umfassende Minderheit unter einer Bevölkerung von über 20 Millionen Einwohnern sind. In der Vergangenheit gab es immer wieder religiös motivierte Probleme. Im Jahr 2015 gab es in Niamey antichristliche Aufstände, bei denen zahlreiche Kirchen in der Hauptstadt und in der zweitgrößten Stadt des Landes, Zinder, verwüstet wurden. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

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