Kirchen und Krankenhaus zerstört

Kamerun

Kämpfer der islamistischen Miliz Boko Haram verübten am 24. Januar einen Angriff auf zwei Dörfer im äußersten Norden Kameruns. Dabei brannten sie zwei Kirchen nieder, bevor sie ein Krankenhaus der Union des Eglises Evangeliques du Cameroun (UEEC) plünderten und in Brand setzten. Auch zahlreiche Häuser der Dorfbewohner wurden zerstört. Die betroffene Provinz Far North grenzt an den Nordosten Nigerias, wo Boko Haram seit vielen Jahren die Bevölkerung terrorisiert. Wie so oft waren auch hier hauptsächlich Christen betroffen; getötet wurde in diesem Fall niemand.

Der Angriff begann gegen 23 Uhr am Abend des 24. Januars und dauerte bis etwa zwei Uhr morgens. Ein lokaler Kirchenleiter, der anonym bleiben möchte, beschrieb gegenüber Open Doors, wie zahlreiche Dschihadisten in die Dörfer Gochi und Toufou eindrangen: „Es waren sehr viele und sie teilten sich in drei Gruppen auf, als sie das Dorf stürmten.“ Besonders die Zerstörung des Krankenhauses bedeutet einen herben Rückschlag für die örtliche Bevölkerung. „Der Bus, der als Krankenwagen für das Gesundheitszentrum diente, wurde in Brand gesetzt. Fast alle Räume wurden verwüstet und teils verbrannt […]. Auch den Kreißsaal haben sie demoliert, genau wie fast alle Büros. […] Sogar zum Brunnenloch, das außer Sichtweite des Gebäudekomplexes liegt, sind sie vorgedrungen, haben die Umzäunung aufgebrochen und den Brunnen aufgefüllt. Es ist wirklich schrecklich!“ Das Zentrum wurde von der Kirche mit eigenen Mitteln aufgebaut.

„Sie wollen, dass wir den Ort verlassen, damit sie ihn übernehmen können“

Neben den Kirchen und dem Krankenhaus zerstörten die Dschihadisten fast 200 Häuser der zumeist christlichen und animistischen Bevölkerung in den beiden Dörfern. Bei dem Angriff in Gochi wurde mindestens eine, nicht identifizierte Frau verletzt. Soldaten sorgten schnell für ihre medizinische Versorgung. „Wir danken Gott, dass es keinen Verlust von Menschenleben gab. Die Angreifer waren während dieses Angriffs so zahlreich, und das ist wahrscheinlich der Grund, warum das Militär nicht eingriff, um sie zu stoppen …“, berichtete eine lokale Kontaktperson.

Am Folgetag setzten mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer fünf Häuser in dem Dorf Zelevet in Brand, bevor das Militär eintraf. Bei einem ähnlichen Angriff am 12. Januar hatten Dschihadisten die örtliche UEEC-Kirche in dem Dorf Guitsenad gebrandschatzt und mindestens 20 Häuser in Brand gesetzt, bevor die Armee sie vertrieb.

„Bitte betet für uns, denn es ist noch nicht vorbei. Sie [Boko Haram] versuchen immer wieder, zurückzukommen. Sie wollen, dass wir den Ort verlassen, damit sie ihn übernehmen können“, sagte ein anderer Kirchenleiter in Tourou. „Die Menschen sind so in Panik, dass viele nicht einmal zu Hause schlafen. Bitte betet, dass der Herr uns hilft.“ (Quelle und Bild: Open Doors)

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