Lage hat sich verschlechtert

Irak

Im Irak hat sich die Lage verschlechtert, es fehlt an Sicherheit. Ein Interview mit dem chaldäisch- katholischen Patriarchen Louis Raphaël I. Sako. Patriarch Sako wurde 1948 im Nordirak geboren. Ende Januar 2013 wurde der ehemalige Erzbischof von Kirkuk zum Patriarch von Babylon ernannt. Der neue Patriarch wählte den Namen Louis Raphaël I.

Eminenz, aus dem Irak wie dem gesamten Nahen Osten erreichen uns seit Monaten beunruhigende Nachrichten von Gewalt und Terror. Wie beurteilen Sie selbst die Lage?

Patriarch Louis Raphaël I. Sako: »Im Irak, in Syrien, selbst im Libanon und in Jordanien herrschen Spannungen und Unsicherheit. Der wachsende Fundamentalismus ist eine Herausforderung. Viele warten ab und haben Angst. Im Irak hat sich die Lage verschlechtert, es fehlt an Sicherheit. Bei Explosionen sterben Menschen, Häuser werden zerstört. Es ist zwar ein Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, aber die Christen müssen Angriffe fürchten. Manche haben das Land verlassen, andere bleiben und warten ab.« 

Was bedeutet diese Entwicklung für die gesamte Region?

Patriarch Louis Raphaël I. Sako: »Unsicherheit, Perspektivlosigkeit. Vor einem Monat haben wir Flüchtlinge in der Türkei besucht. Und jetzt war ich zu einem Pastoralbesuch im Libanon, wo sehr viele christliche Flüchtlinge sind, die keine Hoffnung haben, die nicht wissen, wo sie hinsollen. Wir versuchen sie zu stärken, ihnen die Hoffnung zurückzugeben.«

Was heißt das konkret?

Patriarch Louis Raphaël I. Sako: »Viele Familien leiden Not. In Bagdad haben wir beispielsweise das Hauptseminar in Apartments aufgeteilt und sie bedürftigen Familien zur Verfügung gestellt oder jungen Paaren, die heiraten wollen, damit sie bleiben können.«

Wie könnte die Situation im Nahen Osten grundlegend verändert werden?

Patriarch Louis Raphaël I. Sako: »Eine Lösung ist möglich, wenn wir zum Dialog zusammenfinden, Reformen in einem vertrauensvollen Umgang und nicht mit militärischer Gewalt zu erreichen suchen; wenn wir im Nahen Osten die Menschenrechte garantieren können, wie das in westlichen Ländern der Fall ist. Unsere Regierungen haben das ja auch unterschrieben, tun aber wenig dafür.

Was könnte der Westen tun? Einige Staaten haben sich ja beispielsweise bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen...

Patriarch Louis Raphaël I. Sako: »Die westlichen Staaten sollten die Christen nicht ermutigen, die Region zu verlassen. Sie können durch Projekte vielmehr helfen, damit die Menschen bleiben können, nicht zuletzt auf dem Land. Ich habe im Nordirak 40 Dörfer besucht. Die Menschen brauchen nicht viel, Medikamente, Kindergärten, Saatgut, Transportmittel, Arbeit.«

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    sich als deine Zeugen bewähren.

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