Plattform prangert Gleichgültigkeit an

Österreich

Die Gewalt gegenüber Christen hat in vielen Ländern des Nahen Ostens, aber beispielsweise auch im afrikanischen Nigeria ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht und sei von ungeheurer Brutalität gekennzeichnet. Darauf haben Vertreter der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien hingewiesen. Zugleich zeigten sich die Vertreter verschiedenster Menschenrechtsorganisationen entsetzt über die Gleichgültigkeit des Westens. So sprach Herbert Rechberger von "Kirche in Not" von einer "Schande" und Pro Oriente-Präsident Johann Marte appellierte: "Europa, wach endlich auf!"

Kein gutes Haar ließen die Vertreter der Menschenrechtsorganisationen am von Saudi-Arabien finanzierten Wiener King-Abdullah-Dialogzentrum. Während in muslimisch dominierten Ländern Christen verfolgt, ermordet und vertrieben würden, werde in Wien "mit riesigem Aufwand interreligiöser Dialog zelebriert, ohne auch nur mit einem einzigen Wort diese religionsgeschichtliche Katastrophe zu erwähnen", so Marte.

Grauenhafte Erlebnisse schilderte die syrisch-orthodoxe Nonne Sr. Hatune Dogan, die mit ihrer Hilfsorganisation "Helfende Hände für die Armen" im Orient, u.a. auch in Syrien, tätig ist. Sie berichtete von entführten und traumatisierten Kindern, entführten, vergewaltigten und verstümmelten Mädchen und Frauen, ermordeten Männern und Söhnen. Sie betreut mit ihren Helfern u.a. Frauen, deren Männern von Islamisten die Kehle durchschnitten wurde und deren Blut dann auch noch um teures Geld nach Saudi-Arabien verkauft wird, damit sich religiöse Fanatiker darin die Hände waschen können.

Die Hilfsorganisation von Schwester Hatune ist in 35 Ländern tätig und hat rund 5.000 ehrenamtliche Mitglieder. Sie ist vor allem im Sozial- und Bildungsbereich engagiert, in den vergangenen Jahren verstärkt aber auch in der Hilfe für verfolgte Christen im Orient.

Ägypten und Irak

Seit am 14. August 2013 die Protestlager der Muslimbrüder in Kairo und Gizeh von den ägyptischen Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst wurden, habe eine noch nie dagewesene Welle von Gewalt gegen ägyptische Christen eingesetzt, sagte Kurt Igler von "Open Doors Österreich". Allein in der Woche nach dem 14. August seien 73 Kirchen vollständig oder teilweise zerstört worden, 22 weitere kirchliche Einrichtungen wie Schulen oder Waisenhäuser wurden zerstört, ebenso 212 private Häuser, sieben Christen wurden ermordet, 17 entführt und Hunderte bei Anschlägen verletzt.

Wenn die Gewalt gegen Christen im Irak so weitergeht, wird es dort in zehn Jahren keine Christen mehr geben. Davor Pia de Simony von "Christian Solidarity International" (CSI). Sie verwies auf den neuen chaldäischen Patriarchen Louis Sako. Dieser habe appelliert: "Die Welt muss den Christen helfen, in ihrem Land zu bleiben."

Martin Kugler vom "Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europa" machte schließlich auf eine Reihe von Gesetzen aufmerksam, die auch in Europa für Christen Einschränkungen in ihrer Religionsfreiheit mit sich bringen. So zwinge beispielsweise das jüngste irische Abtreibungsgesetz auch Ordensspitäler, Abtreibungen durchzuführen. In Frankreich sei es nicht mehr möglich, eine Facharzt-Ausbildung zum Gynäkologen zu machen, ohne an einer Abtreibung mitzuwirken.

Die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" hat anlässlich des UN-Tages der Menschenrechte (10. Dezember) für den Dienstag zu einem Fackelmarsch von der Wiener Oper zum Stephansplatz aufgerufen. Der Fackelzug beginnt um 17.15 Uhr. Um 18 Uhr findet im Dom ein ökumenischer Gottesdienst statt. Es gehe darum, "die Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung der Christen in vielen Ländenr der Welt anzuprangern, den Betroffenen eine Stimme zu geben, und die politisch Verantwortlichen endlich wachzurütteln, alles zu tun, um die Verfolgung zu stoppen", so Pro Oriente-Präsidet Marte.

Der Plattform gehören u.a. Pro Oriente, Kirche in Not, der Malteserorden, Open Doors Österreich, der Österreichische Kartell Verband, und die Vereinigung der Frauenorden Österreichs an. (Quelle: kathpress)

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    für das Leid, das sie unseren
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    und lass sie dich in den Opfern
    ihres Handelns erkennen, damit
    sie umkehren und friedliches
    Miteinander möglich wird.
    Amen.