Priester stirbt bei Attentat

Pakistan

Auf zwei anglikanische Priester wurden in Peshawar im Norden Pakistans Opfer ein Attentat verübt. Am Nachmittag des gestrigen 30. Januar eröffneten zwei Männer auf einem Motorrad das Feuer auf das Auto, in dem die beiden protestantischen Pastoren auf der Ringstraße von Peshawar in der Nähe des Madina-Marktes unterwegs waren. Pastor William Siraj wurde getötet und Pastor Patrick Naeem, der schwer verletzt wurde, wird derzeit noch im Krankenhaus behandelt. Beide sind Priester der anglikanischen "Church of Pakistan".

Die Geistlichen waren auf dem Heimweg, nachdem sie den Sonntagsgottesdienst in der All Saints- Kirche gefeiert hatten. Pastor William Siraj, der auf dem Vordersitz des Wagens saß, war auf der Stelle tot, während Pastor Patrick Naeem durch Schüsse in den Rücken und den Bauch verletzt wurde. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, scheint aber nicht in Lebensgefahr zu sein. Wie Pastor Naeem berichtet, waren ihnen die beiden Männer auf Motorrädern gefolgt, als sie die Kirche verließen, um schließlich das das Feuer zu eröffnen. "Ich konnte sie nicht identifizieren, weil der eine einen Helm trug und der andere sich mit einem großen Schal bedeckte. Durch Schüsse in Kopf und Hals war Pastor William Siraj auf der Stelle tot. Wir sind Männer des Gebets und engagieren uns für die Gemeinschaft; wir streiten mit niemandem, wir haben keine Feinde. Dies ist ein terroristischer Akt, der von denen verübt wird, die den Frieden in Pakistan zerstören und das Ansehen unseres Landes schädigen wollen“.

Die Polizei mit der Suche nach den Attentätern begonnen. Die Straftaten, die den bisher noch unbekannten Tätern zur Last gelegt werden, sind Mord, versuchter Mord, Schädigung des Lebens oder des Eigentums anderer, sektiererische Gewalt und fallen unter das pakistanische Anti-Terrorismus-Gesetz, das ein Schnellverfahren vorsieht.

Bischof Humphrey Peters, der für die anglikanischen Diözese Peshawar zuständig ist, verurteilte den Anschlag aufs Schärfste und erklärte: "Wir sprechen der Familie von William Siraj, die wie wir alle trauert, unser tiefstes Beileid aus. Dies ist ein großer Verlust. Wir bitten um Gerechtigkeit und Schutz für unsere christlichen Familien".

Bischof Azad Marshall, Vorsitzender der Versammlung der anglikanischen Bischöfe der „Church of Pakistan“, fügte hinzu: "Dies ist eine schreckliche und unmenschliche Tat, ohne jeglichen Grund. Wir fordern die Regierung auf, schnell zu handeln, um sicherzustellen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und dass das Leben der christlichen Gläubigen in Pakistan geschützt wird und friedlich verläuft".

Der Ministerpräsident der Provinz Khyper Pakhthun Khwa (KPK), Mehmood Khan, versicherte der Polizei, dass auch er sich für die Festnahme der Täter einsetzen werde: "Dies ist eine abscheuliche Tat; die Täter werden nicht entkommen können. Dieser Angriff zielt darauf ab, die interreligiöse Harmonie in unserer Provinz zu stören. Die an diesem Anschlag beteiligten Elemente sind Feinde des Friedens und des Zusammenlebens".

Die All-Saints- Kirche, in der die beiden Pfarrer arbeiteten, war bereits in der Vergangenheit Schauplatz eines verheerenden Terroranschlags: Am 22. September 2013 sprengten sich zwei Selbstmordattentäter nach der sonntäglichen Eucharistiefeier in der anglikanischen Kirche in Peshawar in die Luft und töteten 127 Menschen und verletzten 170.

In mehreren Städten Pakistans versammelten sich gestern Abend Christen, um das Attentat zu verurteilen, Kerzen anzuzünden und ihre Stimme zu erheben, um den Schutz der in Pakistan lebenden religiösen Minderheiten zu fordern. In Karatschi, im Süden des Landes, lud die Organisation "The Voice for Justice" zu einer Gebetswache, bei der die Teilnehmer zu Frieden und Gerechtigkeit aufriefen und ihre tiefe Solidarität mit den betroffenen Familien und Gemeinden zum Ausdruck brachten. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

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  • Gott unser Vater,
    öffne den Verfolgern ihr Herz
    für das Leid, das sie unseren
    Brüdern und Schwestern antun
    und lass sie dich in den Opfern
    ihres Handelns erkennen, damit
    sie umkehren und friedliches
    Miteinander möglich wird.
    Amen.