Projektpartner gezielt erschossen

Syrien

Gezielte Tötung in Homs: Projektpartner von „Kirche in Not“ in Syrien erschossen. Pater Frans van der Lugt ist tot. Der niederländische Jesuit und Projektpartner von „Kirche in Not“ ist nach Angaben seines Mitbruders, Pater Ziad Hillal, heute früh in Homs von einem Unbekannten erschossen worden. „Pater Frans wurde offenbar durch gezielte Kopfschüsse getötet. Wir haben die Nachricht telefonisch von einem Gläubigen erhalten, der mit ihm in der Altstadt war“, sagte Pater Ziad in einem Telefonat mit „Kirche in Not“. Der 75-jährige Pater Frans van der Lugt, der seit 1967 in Syrien wirkte, hatte mit 20 weiteren Gläubigen in der seit zwei Jahren von der syrischen Armee belagerten, fast völlig zerstörten Altstadt ausgeharrt. Er kümmerte sich um die verbliebenen Einwohner und wollte zudem die Jesuitenkirche schützen, wie sein Mitbruder weiter berichtete. Nach den Worten von Pater Ziad ist es gegenwärtig nicht möglich, in die Altstadt von Homs zu gelangen, um den Leichnam von Pater Frans zu bergen.

Noch Ende März war Pater Ziad mit Mitarbeitern von „Kirche in Not“ in Brüssel gewesen, um Vertreter der EU über die Situation in und um Homs zu informieren. Er sprach via Skype mit Pater Frans, unter anderem über dessen bevorstehenden Geburtstag, den sie hofften, gemeinsam feiern zu können. Bei dieser Gelegenheit sagte Pater Ziad über seinen Mitbruder: „Für mich verkörpert er Christus in der Welt, der bereit ist, für seine Freunde zu sterben, der uns stets Hoffnung schenkt. Er fragt immer, wie es mir geht, und redet nicht viel über sein eigenes Befinden.“

Angesichts der bedrückenden Nachricht vom Tod Pater Frans hat Pater Andrzej Halemba, Länderreferent von „Kirche in Not“ für den Nahen Osten, zu Gebet für ein Ende der Kämpfe und Frieden in der Region, den verstorbenen Pater Frans und die bedrängten Christen aufgerufen. „Kirche in Not“ unterstützt die vom Bürgerkrieg in Syrien betroffenen Menschen seit mehreren Jahren. Für Hilfsprogramme, die von Pater Ziad in Syrien koordiniert werden, wurden bisher mehr als 2,5 Millionen Euro aufgewendet. Weitere Projekte werden vorbereitet. Die Gesamtzahl der vor dem Bürgerkrieg geflohenen Syrer wird gegenwärtig auf 9 Millionen geschätzt: 6,5 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht, weitere 2,5 Millionen haben Syrien verlassen.

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  • Geist, der das Leben weckt,
    du bist der Schwachen Kraft,
    gibst ihnen Zuversicht
    mitten in Todesnot;
    hell wird uns offenbar,
    was uns der Glaube sagt:
    Christus hat unsern Tod besiegt.
    Amen.