Todesstrafe wegen Blasphemie

Pakistan

Wieder Todesstrafe für pakistanischen Christen wegen Blasphemie. Immer wieder wird das pakistanische Blasphemiegesetz gegen Christen gerichtet. Nun wurde erneut ein Christ zum Tode verurteilt: Per SMS soll er den Islam beleidigt haben. Menschenrechtler und die Katholikin Asia Bibi, einst selbst Opfer, üben Kritik. 

In Pakistan wurde wieder ein Christ wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt. Am Dienstag verurteilte ein Gericht in Lahore den 37-jährigen Asif Pervaiz zum Tod am Strang. Angeblich soll er blasphemische Kurznachrichten verschickt haben. Vor Vollstreckung muss er eine Geldstrafe zahlen und drei Jahre wegen "Missbrauchs des Telefons" ins Gefängnis. Sein Anwalt, der bereits die ebenfalls wegen Blasphemie zum Tod verurteilte Asia Bibi verteidigt hatte, kündigte an, in Berufung zu gehen. Pervaiz ist schon seit 2013 in Gefangenschaft; damals hatte ein Vorgesetzter den Textilarbeiter beschuldigt, von ihm Nachrichten mit Schmähungen des von Muslimen als Propheten verehrten Mohammed erhalten zu haben.

Unterstützt wurde die Verteidigung von Pervaiz durch die Kommission für Recht und Frieden der pakistanischen katholischen Bischofskonferenz. Die katholische NGO "Human Friends Organization", die auch am Prozess beteiligt war, kritisiert die Prozessführung und die aus ihrer Sicht mangelhafte Beweiswürdigung: "Es werden sogar Beweise angeführt, die überhaupt keine Relevanz haben", zitiert das Nachrichtenportal UCAnews den Vorsitzenden der Organisation.

Asia Bibi kritisiert Anwendung des Blasphemie-Gesetzes

Asia Bibi, deren Urteil mittlerweile durch den Obersten Gerichtshof aufgehoben wurde, hatte sich zwei Jahre nach ihrer Befreiung gegenüber dem Hilfswerk "Kirche in Not" kritisch zur Anwendung des Blasphemiegesetzes in ihrer Heimat geäußert, das in der Praxis nur gegen Äußerungen gegen islamische Glaubensinhalte gerichtet wird. "Religiöse Minderheiten sollten dieselben Rechte wie alle Bürger haben. Das Recht in Pakistan verlangt, dass alle in Freiheit leben können. Diese Freiheit muss garantiert und respektiert werden." Es gebe in Pakistan Gruppen, die das Recht ausnutzen, um anderen zu schaden, so Bibi. Als Opfer des Blasphemiegesetzes spreche sie aus eigener Erfahrung: "Ich habe schrecklich gelitten und so viele Schwierigkeiten überlebt. Jetzt bin ich endlich frei und hoffe, dass diese Gesetze so geändert werden, dass sie nicht mehr missbraucht werden können."

Zuvor hatte sich Bibi jedoch in einem in ihrer Muttersprache Urdu geführten Interview gegenüber dem Sender "Voice of America" von ihrer von einer Französin geschriebenen Biographie distanziert und das Rechtssystem in Pakistan verteidigt, schließlich sei es ein pakistanisches Gericht gewesen, das sie befreit hat: "Wenn Leute Anschuldigungen erheben, muss der betreffenden Person die Gelegenheit zur Rechtfertigung gegeben werden. Das Gesetz ist absolut gut, aber Menschen missbrauchen es." Der deutschsprachige Renovamen-Verlag hat darauf die für September geplante deutsche Übersetzung vorerst gestoppt. (Quelle: UCAnews, katholisch.de)

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