Verfolgt und vergessen?

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Verfolgt und vergessen? Lage von Christen in vielen Ländern deutlich verschlechtert – im Nahen Osten bedroht ein christlicher Exodus von biblischem Ausmaß das Überleben der Kirche.Die Lebenssituation von Christen hat sich in vielen Ländern deutlich verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht »Persecuted and Forgotten?« (Verfolgt und Vergessen?), den das britische Büro des internationalen katholischen Hilfswerks »Kirche in Not«  bei einem Treffen am 17.10. im britischen Parlament veröffentlicht. Die im Original in englischer Sprache verfasste Untersuchung beschreibt die Lage von Christen in 30 Ländern, darunter Afghanistan, China, Laos, Pakistan, Vietnam und Zimbabwe. Analysiert wird die Lage in Länder mit mehrheitlich islamischer Bevölkerung sowie Staaten, deren politische Systeme einen ausgeprägt autoritären Charakter haben. Berichtszeitraum sind die vergangenen zweieinhalb Jahre.

John Pontifex, Leiter der Kommunikationsabteilung von »Kirche in Not« in Großbritannien und einer der Redakteure der 190 Seiten starken Publikation betont: „Das wichtigste Ergebnis des Berichts ist, dass in zwei Drittel der Länder, in denen Christen am stärksten unter Verfolgung leiden, sich ihre Lage weiter verschlechtert hat; in einigen – insbesondere im Nahen Osten – steht sogar die Existenz der Kirchen auf dem Spiel.“

Dem Bericht zufolge ist der so genannte »Arabische Frühling« zu einem »Christlichen Winter« geworden. Zwar haben alle Glaubensgemeinschaften unter den politischen Umbrüchen zu leiden, doch vor allem die christlichen Konfessionen erfahren offene Ablehnung und Gewalt. Sie sind die Opfer unterschiedlichster politischer, wirtschaftlich-sozialer und religiöser Konflikte, etwa der Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten. Inzwischen sind viele Christen geflohen. Der Exodus hat dem Bericht zufolge annähernd biblische Ausmaße angenommen.

Dazu John Pontifex: „Das Ausmaß an Verfolgung ist nahezu unerbittlich und hat zugenommen: Kirchen werden niedergebrannt, Christen zur Konversion gezwungen, ihre Häuser angegriffen, christliche Mädchen entführt und vergewaltigt, in den Medien und von Regierungen wird antichristliche Propaganda verbreitet, es gibt Diskriminierung an Schulen und am Arbeitsplatz ... die Liste ließe sich fortsetzen. »Verfolgt und vergessen?« fordert die internationale Gemeinschaft unmissverständlich auf, sich nachhaltig für Religionsfreiheit einzusetzen.“

Nach Angaben von »Persecuted and Forgotten?« hat der Einfluss islamistisch-fundamentalistischer Gruppen in den vergangenen zweieinhalb Jahren deutlich zugenommen. Sie sind möglicherweise die größte Bedrohung für die Religionsfreiheit weltweit. Ihr Ziel ist die Beseitigung oder zumindest die Unterwerfung von Christen. Auch in kommunistischen Ländern wurden größere Anstrengungen unternommen, die christliche Bevölkerung zu kontrollieren. Christen werden dort jedoch vor allem wegen ihrer Kontakte zu Dissidenten und zum Westen verfolgt, weniger wegen ihres Glaubens. In Nordkorea gibt es offiziell keinerlei religiöse Aktivitäten; die vorhandenen werden streng überwacht. China hat christlichen Gruppen gegenüber seinen Autoritätsanspruch bekräftigt, insbesondere gegenüber den nicht-staatlich registrierten. 

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  • Herr Jesus Christus,
    wir denken an die Menschen,
    die für ihren Glauben leiden,
    die für ihre Hoffnung bedrängt werden,
    die für ihre Treue zu dir sterben.

    Wir danken dir,
    dass diese Menschen uns zeigen,
    wie wertvoll unser Glaube ist.
    Gib uns die Gnade,
    dass ihr Zeugnis in unserem
    Leben fruchtbar wird.
    Amen.