IS Völkermord an Christen

Syrien, Irak

„Kirche in Not“ begrüßt Entscheidung des US-Außenministeriums. “Kirche in Not” begrüßt die Entscheidung des US-Außenministeriums, das Leid, das Christen und andere Minderheiten in den Händen des IS zu ertragen haben, als „Genozid“ einzustufen. Die Verwendung dieses Begriffes, der im internationalen Recht eine präzise und formaljuristische Bedeutung hat, könnte einer Aktion die Türe öffnen, um Gruppierungen, die die Auslöschung des Christentums an seinem Entstehungsort beabsichtigen, zu stoppen. Sie beinhaltet zudem die Möglichkeit der Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer.

„Kirche in Not“ liegen Berichte von Vertretern der Katholischen Kirche in Syrien, im Irak, Jordanien, dem Libanon und in letzter Zeit aus mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern über Angriffe gegen christliche Gemeinden vor, bei denen der sogenannte „Islamische Staat“ versucht hat, die Christen auszulöschen. Diese wurden nun als „genozidische Akte“ anerkannt.

„Der Tod ist nicht die einzige Bedingung, die den Begriff Genozid rechtfertigt“, erklärt der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“, Johannes Freiherr Heereman. „Die US-Konvention (zur Prävention und Bestrafung von Völkermord) stellt fest, dass die erklärte Absicht, eine ethnische, kulturelle, rassische oder religiöse Gruppe gänzlich oder teilweise zu zerstören, bedeutet, dass es sich bei der Handlung des Täters um Genozid handelt. Man braucht nicht zu warten – und sollte es auch nicht tun -, bis niemand mehr übrig ist, der die Geschichte erzählen kann, damit man es als Völkermord bezeichnen kann.“

Die genozidischen Akte, die „Kirche in Not“ von Projektpartnern berichtet werden, umfassen Mord, physisches und psychisches Leid, die Nötigung von Gruppen, unter schlimmen Bedingungen zu leben, die Trennung von Männern und Frauen sowie die gewaltsame Verschleppung von Kindern, die ihren Eltern weggenommen werden.

„In der Tat besteht kein Bedarf, neue Begrifflichkeiten für das zu finden, was uns geschieht“, sagt Bischof Antoine Chbeir von Latakia (Syrien). „Alle Akte des Genozids sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber umgekehrt gilt dies nicht. Und [wenn eine Situation zum Genozid erklärt wird] die UN hat mit ihren Mitgliedern klar vorgeschriebenen Aktionen zu folgen, die nicht notwendigerweise die Entsendung von Soldaten auf das Territorium beinhalten.“

Die UN-Konvention schreibt vor, dass die Länder, die sie unterzeichnet haben, einen Genozid stoppen, wenn er sich entwickelt, nicht nur durch die unmittelbaren Täter, sondern durch jegliche Komplizen und Personen, die ihn ermöglichen, darunter auch diejenigen, die die Täter finanziell unterstützen.

Die Entscheidung des US-Außenministeriums schließt sich anderen kürzlich erfolgten Initiativen im Rahmen einer globalen Bewegung zur Beendigung des Genozides an Christen und anderen Minderheiten an, insbesondere den Resolutionen des Europaparlamentes (4. Februar 2016) und des Europarates (27.Januar 2016) (Foto: Open Doors)

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